Flöte


Flöte
Pfeife

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Flö|te ['flø:tə], die; -, -n:
rohrförmiges Blasinstrument aus Holz oder Metall, dessen Tonlöcher mit Klappen oder mit den Fingern geschlossen werden:
[die] Flöte spielen; ein Lied auf der Flöte spielen.
Syn.: Blockflöte.

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Flö|te 〈f. 19
1. 〈Mus.〉
1.1 Blasinstrument aus Holz, Gold- od. Silberlegierung mit einem Rohr, längs od. seitl. angeblasen (Block\Flöte, Quer\Flöte)
1.2 Blasinstrument aus Holz aus einem od. mehreren nebeneinanderliegenden Rohren (Hirten\Flöte, Pan\Flöte)
1.3 Orgelstimme
2. hohes Trinkglas
[<mhd. vloite, flöute <mndrl. flute, fleute, floite <afrz. flaute, fleute]

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Flö|te , die; -, -n [mhd. vloite < afrz. flaüte < aprovenz. flaüt, H. u.]:
1. rohrförmiges Blasinstrument aus Holz od. Metall, dessen Tonlöcher mit Klappen od. den Fingern geschlossen werden:
F. spielen;
die F., auf der F. spielen.
2. (Musik) Labialpfeife.
3. hohes, schlankes [Sekt]glas.
4. (Skat) fortlaufende Reihe von Karten gleicher Farbe.

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I
Flöte,
 
umgangssprachliche Bezeichnung für das männliche Glied.
 
II
Flöte,
 
Abkürzung fl [englisch Flute, italienisch Flauto], 1) Sammelbezeichnung für Holzblasinstrumente (heute auch aus Metall gefertigt), bei denen der für die Tonerzeugung notwendige Luftstrom beim Auftreffen auf die Kante des Anblaslochs (Querflöte) oder des Labiums (Blockflöte) gebrochen wird, sodass die Luftsäule im Instrument in Schwingungen gerät. Flöten sind seit Jahrtausenden in vielerlei Gestalt in allen Kulturen anzutreffen. Nach der Spielhaltung unterscheidet man Längs- und Querflöten, nach der Struktur z. B. Kernspalt- bzw. Schnabelflöten, Kerb- und Gefäßflöten usw. Eine spezielle Entwicklung stellen die Einhandflöten dar, z. B. die baskische Txistu, die mit der linken Hand gehalten und gegriffen wird, während die rechte eine Trommel bedient. Folkloristische Flötentypen sind u. a. die Panflöte, Kena bzw. Quena und Gaita aus Südamerika, Kaval vom Balkan, Tinwhistle, Frula (Jugoslawien), Okarina, dazu zahlreiche asiatische und afrikanische Formen. Viele dieser exotischen Flöten wurden mit dem Folkrevival einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Einige Musiker des Jazz, z. B. Yusef Lateef (* 1921) und Don Cherry (1936-1995), bezogen die charakteristischen Klangfarben dieser Instrumente in ihre Improvisationen ein.
 
2) allgemeine Bezeichnung für die Blockflöte bis etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts, dann, verbunden mit einem gravierenden musikalisch-inhaltlichen Stilwechsel, Synonym für die Querflöte.
 
3) Querflöte, Große Flöte: Kopfstück mit Mundlochplatte und Stimmkorken, Mittel- und (auswechselbares) Fußstück mit Klappenmechanismus; überwiegend zylindrisches Rohr aus Metall oder Holz (selten Kunststoff), Rohrlänge ca. 68 cm; Tonumfang: (h) c1-d4, nichttransponierend;
 
weiterhin:
 
Piccolo, Kleine Flöte: Rohrlänge ca. 26 cm; Tonumfang: (h1) d2-b4, oktavtransponierend, eine Oktave unter dem Klang notiert,
 
Altflöte in G bzw. F: Rohrlänge ca. 86 bzw. 97 cm; Tonumfang: g-g3/f-f3, transponierend, notierter Tonumfang: c1-c4,
 
Bassflöte: Tonumfang: c-c3, oktavtransponierend, eine Oktave über dem Klang notiert.
 
In den Partituren von Johann Strauß (Sohn) (1825-1899) sind wie im klassischen Sinfonieorchester zwei Flöten (2. Flöte auch mit Piccolo wechselnd) gefordert. Diese Besetzungsvariante gilt ebenso für das Blasorchester. Auch zum Salonorchester gehörte oft eine Flöte. In den Jazzformationen war die Flöte zunächst nicht anzutreffen. Aufnahmen des Orchesters Chick Webb (1909-1939) in den Jahren 1934 bis 1939 mit dem Flötisten Wayman Carver (1905-1967) gelten diesbezüglich als Kuriosität. Erst mit Beginn der Fünfzigerjahre etablierte sich das Instrument allmählich. Als Zweitinstrument neben dem Saxophon spielten es Jerome Richardson (* 1920), Frank Wess (* 1922) und Bud Shank (* 1926). Die Flöte wurde zwar jazzgemäß phrasiert, ansonsten jedoch weitgehend der »klassischen« Tongebung entsprechend geblasen. Seit der Mitte der Fünfzigerjahre begannen einige Musiker zunächst die Überblastechnik zur Klangverfremdung einzusetzen, z. B. Sam Most (* 1930), Sahib Shibab (* 1935) und später vor allem Roland Kirk (1936-1977). Jeremy Steig (* 1936) nutzte dann zusätzliche Effekte wie Klappen- und Anblasgeräusche, Mitsingen, Glissandi und Ähnliche Effekte, die in der Folgezeit im Jazz und dann auch in der Rockmusik für das Flötenspiel typisch wurden. Als führender Musiker galt in den Sechzigerjahren Herbie Mann (* 1930). Paul Horn (* 1930) produzierte ob ihrer Klanglichkeit spektakuläre LPs mit meditativer Flötenmusik: 1968 »Inside« im indischen Grabmal des Taj Mahal und später in Ägypten (Aufnahmedatum unbekannt) »Inside the Great Pyramid« (1976). Bei James Newton (* 1953) vereinen sich klassische Tongebung, moderne Spieltechniken und exotische Einflüsse mit subtilem Jazzfeeling; neben Solo-LPs — hervorzuheben »Echo Canyon«, 1984 in einem Canyon in New Mexico aufgenommen — stellte er sich u.a. auch mit einem Flötenquartett vor. Vier- bis fünfstimmige Flötensätze finden sich als reizvolle klangliche Ergänzung z. B. in Arrangements der Toshiko Akiyoshi/Lew Tabackin-Bigband. Auf den vielfältigen Einsatz exotischer Flöten im Jazz und in der Worldmusic wurde bereits verwiesen.
 
Ian Anderson (* 1946) ist der herausragende Flötist in der Rockmusik. Inspiriert von Roland Kirk übernahm er dessen Flötenspielweise und baute sie unter Einbezug anderer elektronischer Effekte und einer bühnenwirksamen Show aus, sodass sein Musizieren letztlich das Profil von Jethro Tull prägte. Auch bei King Crimson, Genesis, Gentle Giant, Black Widow, Atomic Rooster u. a. Gruppen wird gelegentlich mit Flöte gearbeitet. Bevorzugte Bereiche sind Folkrock und Jazzrock.
 
III
Flöte,
 
1) Kunsthandwerk: hohes Trinkglas mit tiefem Kelch; besonders verbreitet im 17. und 18. Jahrhundert; es wurde v. a. in Venedig und in den Niederlanden hergestellt.
 
 2) Musik: italienisch Flauto, französisch Flûte [flyt], wahrscheinlich eines der ältesten Blasinstrumente, das bereits mit Knochenfunden im Jungpaläolithikum bezeugt und in allen Kulturkreisen vertreten ist. Die Tonbildung ist ein durch Rückkoppelungserscheinungen erklärbarer Vorgang: Beim Anblasen wird ein schmaler Luftstrom gegen eine Kante (z. B. bei der Querflöte) oder Schneide (z. B. bei der Blockflöte) geleitet und bricht sich in Wirbeln; diese regen Eigenschwingungen einer in einer zylindrischen oder konischen Röhre befindliche Luftsäule an, die wiederum stabilisierend auf den durch die Schwingungen der Schneide oder Kante erzeugten Ton (»Schneidenton«) zurückwirken. Eine Veränderung der Tonhöhe wird teils durch Verkürzung des Rohrs mittels Öffnen und Schließen von Grifflöchern, teils durch Überblasen hervorgebracht. Man unterscheidet die Flöten nach der Spielhaltung in Längs- und Querflöte, nach der Bauart in Kernspalt-, Block- oder Schnabel-, Kerb- und Gefäßflöte (Okarina). Längsflöten kommen auch gedoppelt (Doppelflöte) oder gereiht (Panflöte) vor. - Die Längsflöten gelten als älteste Form und spielten v. a. im Alten Orient eine Rolle; Querflöten sind zuerst im 9. Jahrhundert v. Chr. aus China überliefert; in Europa sind Längs- (als Blockflöten) und Querflöten seit dem 10./11. Jahrhundert bekannt. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts verstand man unter Flöte (ohne Zusatz) die Blockflöte, seither allgemein die Querflöte.
 
Bei der Orgel ist Flöte die gemeinsame Bezeichnung für alle Labialpfeifen, z. B. Querflöte, Schweizerflöte, Zart-(Dulz-)Flöte, Hohlflöte, Doppelflöte, Rohrflöte.
 
 
G. Scheck: Die F. u. ihre Musik (1975);
 J. Galway: Die F. (a. d. Engl., 21994).
 

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Flö|te, die; -, -n [mhd. vloite < afrz. flaüte < aprovenz. flaüt, H. u.]: 1. rohrförmiges Blasinstrument aus Holz od. Metall, dessen Tonlöcher mit Klappen od. den Fingern geschlossen werden: [die/auf der] F. blasen, spielen. 2. (Musik) Labialpfeife. 3. hohes, schlankes [Sekt]glas. 4. (Skat) fortlaufende Reihe von Karten gleicher Farbe: die [ganze] F. von Pik auf der Hand haben. 5. (salopp) Penis.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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